Jeder von uns
wünscht sich wohl ein langes Leben
in Gesundheit. Wenn sich diese Ur-Sehnsucht
jedoch nicht erfüllt, brauchen wir
an der letzten, schwierigen Wegstrecke einen
Schutz- und Lebensraum, eine Herberge, in
der wir als Gast Freundschaft erfahren.
Dies meint Hospiz.
Persönliche Wünsche erfüllen
und Selbstbestimmung äußern
Raum für Rückzug und Schutz
Begleitung in schwierigen Fragen
Gemeinsam geht´s besser
Bildergalerie
Persönliche Wünsche erfüllen und Selbstbestimmung äußern
Für
Kranke, die dort ihr Leben zum Abschluss bringen, kann diese Zeit
- trotz der sehr spürbaren Beschwernisse - noch einen ganz
besonderen Wert gewinnen.
Die Schwestern und andere im Hospiz Mitwirkenden
sind mit viel Phantasie bemüht, die
ganz persönlichen Wünsche der
Kranken so weit wie eben möglich zu
erfüllen, das verbleibende Leben zu
bereichern, vor allem aber zunächst
körperliche und seelische Schmerzen
und Leiden zu lindern. Im Respekt vor der
Würde und Selbstbestimmung des Kranken
entscheidet dieser mit über Art und
Umfang der ärztlichen Behandlung.
Oft
sind es aber auch ganz einfache Erlebnisse, die dem Leben Freude
und Qualität verleihen: Sich in der Küche etwas ganz
Ausgefallenes bestellen, vielleicht einem Gitarren- oder Klavierspiel
zuhören oder selbst Musik machen, Spaß daran haben,
gemeinsam im Wohnzimmer mit anderen gemeinsam zu essen, zu singen
oder eine Party Schach zu spielen, im Winter vor dem offenen Kamin
plaudern, im Sommer auf dem Balkon und im Garten sitzen, an Festen
und Hauskonzerten teilnehmen, sich Geschichten oder etwas aus
der Zeitung vorlesen lassen, - Dies alles kann Schmerzen und Leid
lindern und hellt Stimmung und Seele auf.
Ehrenamtliche unternehmen mit den Kranken
Spazierfahrten, um draußen die Natur
zu erleben oder einen Stadtbesuch zu machen
und dann vielleicht ein Konzert oder eine
Ausstellung, Boutique oder Kneipe zu besuchen.
Ein Fahrdienst ermöglicht Besuchsfahrten
in die eigene Wohnung oder zu Freunden und
Verwandten. Den Geburtstag zum Beispiel
mit Freunden und Familie feiern, Besuch
einladen können, der zu jeder Tag-
und Nachtzeit kommen und in eigenen Gästezimmern
mitwohnen kann. All dies kann das Gefühl
erhalten: Ich gehöre dazu!
Daher kann auch das Angebot des Hospizes
für nichtmotorisierte Besucher wichtig
sein, sich vom nächsten Bahnhof oder
der Busstation abholen und wieder zurückbringen
zu lassen. Nach oben
Für
andere Kranke, die all dies so nicht oder nicht mehr wünschen
oder wenn sich bei fortschreitender Krankheit Wünsche und
Bedürfnisse ändern, wird dafür gesorgt, dass sie
den notwendigen Schutz vor zuviel äußeren Eindrücken
finden und in Ruhe allein sein können. Manchmal kann dann
auch der lütte Piepmatz, der kleine Schmusehund oder das
allerliebste Kätzchen, von zu Hause mitgebracht, Vertrautheit
und Trost spenden. Nach oben
Begleitung in schwierigen Fragen
Wenn die Sorge um das Leibliche dann Linderung bringt, öffnet
sich manch einer dem Gespräch mit jemandem, dem man sich
anvertrauen möchte und ringt gemeinsam mit ihm um eine Antwort
auf die Frage nach Sinn und Widersinn seines Schicksals.
Da tut es vielleicht gut, im Malen auf Seide oder Papier das Wechselbad
der Gefühle auszudrücken, im Gespräch seine Sorgen
und Nöte, Ängste und Trauer mitteilen zu können
oder im schweigenden Verstehen die beruhigende Nähe eines
Vertrauten zu spüren.
Wenn
der Kranke es wünscht, kann er seinem religiösen Lebensgefühl
gemäß seelsorglich begleitet werden. Dabei kann z.B.
am Krankenbett gemeinsam mit den Angehörigen und denen, die
den Kranken kennen und begleiten durften, eine Feier als Abschiedsdank
gestaltet werden, mit besinnlichen Texten und Gebet.
Auch die Angehörigen können in der inneren Auseinandersetzung,
in der Trauer und beim Abschiednehmen Unterstützung erfahren.
Nach oben
Diese
Erlebnismöglichkeiten zu erwähnen, will die Schwere
des Schicksals nicht beschönigen, das Leben im Hospiz nicht
idealisieren. Dennoch kann Sterben intensiv zum Leben gehören,
wenn zusammen mit Angehörigen und Freunden die Begleiter
im ambulanten oder stationären Hospiz darauf bedacht sind,
das unvermeidbare Los mitzutragen, um dem Kranken ein Zuhause
zu geben.
Mit dem Wunsch, dass wir uns gemeinsam mit
unseren Kranken als eine Weg-Gemeinschaft
erleben,
grüßt Sie herzlich im Namen des
ganzen Hospiz-Teams
Joseph Brombach,
Gründer des Hospizes

